Bisherige Ausstellungen und Events: (hier clicken)

Pressebeiträge über Art Laboratory Berlin
2012-13
2011
2007-10

presse@artlaboratory-berlin.org
+49 152 0599 8318
+49 172 176 5559

Nächste Ausstellung

Synaesthesia / 4: Translating, Correcting, Archiving
Eva-Maria Bolz, Ditte Lyngkaer Pedersen, Andy Holtin

Vernissage: 31.05.2013, 20Uhr
Ausstellungslaufzeit: 1.6. - 21.7..2013
Öffnungszeiten: Fr - So, 14-18 Uhr u.n.V.,

Synaesthesia/ 4: Translating, Correcting, Archiving ist die letzte Ausstellung in der Synästhesie-Reihe bei Art Laboratory Berlin . Sie präsentiert drei künstlerischen Positionen, die selbst (graphemische) Synästhetiker sind - Ditte Lyngkaer Pedersen (DK), Eva-Maria Bolz (D) und Andy Holtin (USA). Sie bedienen sich jeweils einer eigenen Ausdrucksform ihrer synästhetischen Erfahrungen für ihre künstlerischen Arbeiten.

Während sich die drei vorangegangenen Synästhesie-Ausstellungen mal mit kunsthistorischen, mal mit medialen oder auch mit performativen Aspekten des Themas beschäftigten, widmet sich die Ausstellung Synaesthesia/ 4: Translating, Correcting, Archiving ausgewählten künstlerischen Strategien zur Dekodierung des Phänomens der Synästhesie. Es ist bezeichnend, dass alle drei Künstler unterschiedliche Formen der synästhetischen Wahrnehmung erleben.

Die dänische Künstlerin Ditte Lyngkær Pedersen, Dozentin für Video in Aarhus, Dänemark, ist durch eine graphematische und eine räumliche Synästhesie begabt. Seit 2003 hat sie ein umfangreiches Videoarchiv mit Interviews zur multisensorischen Wahrnehmung von Synästhetikern angelegt, die die Erfahrungen Einzelner dokumentieren und zugleich die unüberbrückbare Kluft zwischen dem individuellen Themengebiet und dem Publikum deutlich machen: "Da jeder Synästhetiker, den ich traf, mich mit neuen Spektren ästhetischer Empfindungen konfrontierte, begriff ich, dass wahrscheinlich kein gemeinsamer Vorstellungsraum zu finden sein wird, sondern nur individuelle."


Ditte Lyngkær Pedersen, Why is Green a Red Word?, videostills, 2003 - 2010

Die Arbeiten, zusammengefasst unter Why is Green a Red Word?, untersuchen den Zusammenhang zwischen Sprache, Übersetzung und visuelles Denken. Lyngkær Pedersen verfolgt den dokumentarischen Ansatz, indem sie sich auf die Gattung "Interview" konzentriert und damit der nicht vermuteten Vielfalt an synästhetischen Ausprägungen weltweit Raum geben möchte. So interviewte sie beispielsweise Gregory Sean Kielian, der sie während der Filmaufnahmen durch die Landschaft nahe der Berkeley University in Kalifornien führt, während er ihr von seiner individuellen synästhetischen Farb-Raum-Perzeption berichtet. Den Spaziergang hat Lyngkær Pedersen bewusst in schwarz-weiß gefilmt. Die Farben erscheinen erst dann wieder im Videointerview, wenn er ihr beispielsweise die von ihm farbig wahrgenommenen Streifen auf seinem Pass erläuterte. In einem anderen Interview beispielsweise trifft Lyngkær Pedersen auf Lisa Nyberg, die eine Raum-Nummer-Form-Synästhesie erlebt. In diesem Interview hat die Künstlerin die Methode von Fragebögen hinzugezogen und den Synästhetikern Fragen gestellt, wie z.B.: "Wie viele cm von Deinem Arm entfernt befindet sich Januar?" "Wie groß sind die Wochentage?" Die Antworten übertrug Lyngkær Pedersen in Zeichnungen, die dann wiederum im Gespräch von Nyberg korrigiert wurden - so wurde eine dreidimensionale zeitliche Wahrnehmung in eine zweidimensionale Illustration übertragen. Diese und andere Erkenntnisse hat die Künstlerin auf der Konferenz Synaesthetics and Kinaesthetics im Oktober 2010 am Zentrum für Literaturforschung vorgetragen.

Von Geburt an graphemisch und lexikalisch synästhetisch begabt, widmet sich die in Berlin lebende und arbeitende Künstlerin Eva-Maria Bolz der Erforschung der Beziehung von Farbe, Text und Wahrnehmung. Bei ihrer individuellen Form der Synästhesie empfindet sie eine unveränderliche Assoziation von Farben zu Zahlen, Buchstaben und bei der lexikalischen Synästhesie zu ganzen Wörtern. Wahrnehmung wird zu einem Filter, durch den Buchstaben, Worte - der Text an sich - in Farben übersetzt und aus einer Menge allgemein bekannter Zeichen in eine Nachricht verwandelt wird, die nur von einer bestimmten synästhetischen Empfindung erfasst werden kann.

Das Projekt, das Eva-Maria Bolz bei Art Laboratory Berlin präsentiert, folgt ihrer subjektiven Wahrnehmung, dass Farben und Buchstaben einen bestimmten Code bilden, durch den ein Text in Farbstreifen übersetzt werden kann. Jeder Buchstabe entspricht dabei einem bestimmten Farbton. Indem die Künstlerin gezielt Texte verwendet, die intensive Farbbeschreibungen enthalten, wie etwa Oscar Wildes Die Rose und die Nachtigall, fordert sie uns nicht nur auf, die wahrgenommenen Unterschiede zu erforschen, sondern den Text auch durch die Augen eines Synästhetikers zu erleben.


Eva-Maria Bolz, Die Rose und die Nachtigall, (Oscar Wilde), 2013, Detail

Zur Ausstellung wird Bolz fünf ausgewählte Texte in Form großer Farbtafeln präsentieren. Fu¨r die Umsetzung der Tafeln hat sie sich für den Direktdruck hinter Acrylglas entscheiden. Dafür spricht die Tatsache, dass die synästhetische Farbgebung zu Buchstaben, Zahlen und Wörtern sich nicht allein auf Farbe beschränkt. Zusätzlich sind häufig unterschiedliche Opazitäten, Texturen und eine gewisse Dreidimensionalität in der synästhetischen Wahrnehmung vorhanden, die sie in den einzelnen Farbbalken nicht explizit aufgreift. Diese Wahrnehmung kann durch eine Darstellung hinter Acrylglas visualisiert werden.
Zusätzlich zu den Farbtafeln wird eine Dokumentation in Form eines Ku¨nstlerbuchs angelegt, welches in wenigen Exemplaren (manuell gebunden) vorliegen soll. Hier wird anhand von Abbildungen, exemplarischer Farbtests und Texten der künstlerische Schaffensprozess der Arbeit dargestellt. Weiterhin ist eine Kleinauflage von kleinformatigen Drucken geplant, die auch der Dokumentation beiliegen sollen.

Andy Holtin ist Kunstprofessor an der American University in Washington D. C. und verfügt über eine graphemisch-synästhetische Begabung, verbunden mit einer bestimmten Farb-Nummer-Assoziation. Er sieht Zahlen in bestimmten Farben, überdies noch variiert durch eine partielle Rot-Grün-Blindheit, die nur bestimmte Nuancen betrifft. Erst zu Beginn seines Hochschulstudiums hatte Holtin feststellen müssen, dass seine spezifische graphische numerische Kombination nicht automatisch von allen Menschen in dieser Form wahrgenommen wird.

Andy Holtin, Corrections, videostills, 2009

In seinem Video Corrections sieht man, wie eine Hand verschiedene Zahlen auf Fotografien von Hinweistafeln und Namensschildern durch Kolorierung erweitert. Corrections demonstriert die Lücke zwischen dem Gegenstand und dessen subjektiv sinnlicher Wahrnehmung ebenso wie die persönlichen Eindrücke des Künstlers selbst. Durch das schnellere Abspielen der Aufnahme erscheint der Akt des Kolorierens grotesk und die Handlung der malenden Hand bekommt darüber hinaus etwas Slapstick-artiges.


Während dieser Ausstellung, die den Abschluss der Synästhesie-Ausstellungsreihe darstellt, wird Art Laboratory Berlin die internationale interdisziplinäre Konferenz "Synaesthesia. Discussing a Phenomenon in the Arts, Humanities and (Neuro-)science" veranstalten.
(5 & 6 Juli 2013, Theater Glaskasten, Prinzenallee 33, direkt neben Art Laboratory Berlin)


Regine Rapp & Christian de Lutz (Kuratoren)
rapp@artlaboratory-berlin.org
cdelutz@artlaboratory-berlin.org

Presse: Olga Shmakova
olga.shmakova@artlaboratory-berlin.org

Mit freundlicher Unterstützung von:


Medienpartner:

Die Synaesthesia Reihe wurde von Michael Schröder unterstützt.


Aktuelle Ausstellung


Synaesthesia / 3: History of the Senses
Carl Rowe & Simon Davenport
Sergio Maltagliati & Pietro Grossi

Vernissage: 22.3.2013, 19 Uhr
Ausstellungslaufzeit: 23.3. - 12.5.2013 (am Oster-Wochende bleibt die Ausstellung geschlossen)
Öffnungszeiten: Fr - So, 14-18 Uhr u.n.V.,

Performances: 22.3.2013, 19 Uhr; 23.03.2013, 14 Uhr & 19 Uhr ; 24.03.2013, 14 Uhr & 19 Uhr

Die Ausstellung setzt sich mit dem Phänomen der Synästhesie unter kunstgeschichtlichen Gesichtspunkten auseinander. Der Rückbezug auf unterschiedliche Bewegungen in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts verleiht der Reihe der insgesamt vier Synästhesie-Ausstellungen bei Art Laboratory Berlin eine historische Komponente.

Simon Davenport & Carl Rowe // Banquet for Ultra Bankruptcy
Die britischen Künstler Simon Davenport und Carl Rowe arbeiten gegenwärtig an einer Reihe von künstlerischen Projekten, die den Bereich des Performativen mit Untersuchungen zur Kulturgeschichte der Sinne kombiniert. Simon Davenport versteht Synästhesie als ein Mittel zu verunsichern und desorientieren. In seinen früheren Arbeiten kombinierte er z.B. heftige Trommelschläge, das Versprühen vom Dampf mit Poesie. Carl Rowes künstlerische Projekte hingegen verbinden soziopolitische Kommentare und Humor mit kulinarischer Methodologie. Einen wichtigen kunsthistorischen Bezugspunkt stellt für ihn Filippo Marinettis Manifest La Cucina Futurista (1930) dar. Das Manifest förderte die Erneuerung des italienischen Ernährungssystems mit dem Ziel der Stärkung, Dynamisierung und Spiritualisierung der modernen Gesellschaft. Dabei ging es um die simultane Einbeziehung von Farben, Formen, Texturen.


Carl Rowe & Simon Davenport,
A Banquet of Ultra Bancruptcy, 2013 (installation view)

Das für Art Laboratory Berlin entworfene Projekt A Banquet for Ultra Bankruptcy stützt sich auf das Manifest Marinettis als Ausgangspunkt für eine Performancereihe mit anschließender Ausstellung. Das übergreifende Thema der Synästhesie bietet eine wissenschaftliche Grundlage für die Erforschung von Ästhetik, Politik und Partizipation sowie Reaktion der Teilnehmer dar. A Banquet for Ultra Bankruptcy sieht fünf Performances für sechs Gäste mit Publikum vor. Im Laufe eines Sechs-Gänge-Menüs werden ausgewählte Lebensmittel mit Bildern, Tönen und Düften kombiniert. Jeder Gang wird als ästhetisches Erlebnis gestaltet, um das Publikum an simultanen Sinneswahrnehmungen teilhaben zu lassen.

Sergio Maltagliati & Pietro Grossi // CIRCUS 8
Der italienische Komponist Pietro Grossi (1917 – 2002) war einer der ersten Programmierer, die Pionierarbeit für generative Computermusik leisteten. Er machte 1964 als erster die Experimente von John Cage in Italien bekannt. Ein Jahr später trat er die Professur für elektronische Musik am Konservatorum Luigi Cherubini in Florenz an. Er nutzte seine Kompositions-Programme auch, um erste Computergrafiken zu entwickeln. Unter der Verwendung von „QBasic“ entwickelte er das Programm „HomeArt“. Sergio Maltagliati hat bei Pietro Grossi in den 1980er Jahren studiert und entwickelte neue Methoden musikalischer Kompositionen, in denen die Partitur eine wesentliche Visualisierung erfuhr. Maltagliati hat die ursprünglichen Programme Grossis erneuert, indem er den Programmiercode adaptierte, um ein generatives Programm zu kreieren, das gleichzeitig Ton und abstrakte Bildfarben und -formen produziert.

Pietro Grossi & Sergio Maltagliati Circus 8, 1986/2008

Die Arbeit Circus 8 (1986/ 2008) besteht aus acht Stücken und basiert auf den HomeArt-Programmen von Grossi, welche die Musik aus einer einfachen Klangzelle automatisch generiert. Maltagliati hat mit Software-Programmen Grossis Prinzip erweitert und damit visuelle graphische Variationen hinzugefügt. Die durch den Computer generierten Visualisierungsmuster entsprechen einer graphischen Partitur einer Klangkomposition (vgl. John Cage). Die Arbeit Circus 8 wird der Synästhesie-Ausstellungsreihe bei Art Laboratoy Berlin nicht nur eine kunst- und musikhistorische Dimension verleihen, sie bringt auch eine wesentliche neue Komponente in die Diskussion hinein: Es geht um eine Form der digitalen Synästhesie.

Regine Rapp & Christian de Lutz (Kuratoren)

Pressetext als .pdf
Synästhesie – eine theoretische Einführung (.pdf)

Contemporary Art Turns to the Dinner Table: Art Events Gone Gourmet in Hg2 Magazine

Mit freundlicher Unterstützung von:

Die Synaesthesia Reihe wurde von Michael Schröder unterstützt.

 

Medienpartner:

 

 

 

Art Laboratory Berlin - Preisträger der Auszeichnung künstlerischer Projekträume

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass Art Laboratory Berlin dieses Jahr einer der Preisträger der Auszeichnung künstlerischer Projekträume und –initiativen im Bereich Bildende Kunst der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten ist.

Mit der Preisvergabe wird das Engagement und die Arbeit der Betreiberinnen und Betreiber der Projekträume und -initiativen gewürdigt. „Die Preisvergabe dient dazu“, wie die Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten formuliert, „sie zu unterstützen, die vorhandene Vielfalt zu sichern und die Aktivitäten der künstlerischen Projekträume und -initiativen in Berlin sichtbarer zu machen.“

Die Preisverleihung wird am 27.02.2013 vom Staatssekretär André Schmitz vorgenommen.

Vollständiges Statement von Art Laboratory Berlin zur Preisnominierung, siehe hier:
http://www.artlaboratory-berlin.org/assets/pdf/ALB_statement_for_prize_DE_ENG.pdf


art-in-berlin Berliner Projekträume und –initiativen

Kunst Magazin - Berliner Kulturverwaltung zeichnet Projekträume aus von Julia Schmitz

Berliner Morgenpost - Eine Klassenfahrt mit Baby und Urkunden Von Gabriela Walde

Zitty - Das erste Mal: Der Berliner Preis für Projekträume wird vergeben

Taz - Attraktiv und den Preis wert Von Marcus Woeller

Neues deutschland - Echte Berliner Spezialität. Selbstorganisierte Kunstinitiativen kämpfen ums Überleben
Von Tom Mustroph

Tagesspiegel - Küsschen, Kaffee, Kohle von Claudia Wahjudi


Informationen über Art Laboratory Berlin:
Art Laboratory Berlin (als.PDF)

 


Wenn Sie Fragen haben, Pressematerial zu Art Laboratory Berlin oder zu einzelnen Projekten wünschen steht Ihnen unsere Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gerne zur Verfügung.


presse@artlaboratory-berlin.org

Mit freundlicher Unterstützung von: