Nächste Verantstaltungen:



Artist Talk mit Guy Ben-Ary
5. Mai 2017, 20 Uhr
Eintritt 5€/3€

Guy Ben-Ary ist Künstler und Forscher bei Symbiotica, dem künstlerischen Labor an der University of Western Australia, das sich der Forschung, dem Lernen und der praktischen Auseinandersetzung mit den Lebenswissenschaften widmet. Ben-Ary, als Künstler und Innovator in Wissenschaft und Neuen Medien international anerkannt, spezialisiert sich auf biotechnologische Kunstwerke, mit denen er unser Verständnis darüber, was lebendig ist, bereichern will. Dabei konzentriert er sich auf Tissue Engineering, Mikroskopie und biologische Bildgebung. Seine Forschung zielt auf eine Reihe grundlegender Themen ab, die den Schnittpunkt von Kunst und Wissenschaft untermauern: Leben und Tod, Kybernetik und künstliches Leben. Ben-Ary hat sich bei vielen seiner Arbeiten von Wissenschaft und Natur inspirieren lassen. Seine Kunstwerke nutzen Bewegung, Wachstum und biologische Daten, um technologische Aspekte der heutigen Kultur und die Wiederverwendung biologischer Materialien und Technologien zu untersuchen.

In seinem Gespräch wird Guy Ben-Ary einige der Methoden und Theorien vorstellen, die für seine künstlerische Praxis grundlegend sind, und beispielhaft vier seiner großen Projekte der letzten zehn Jahre erläutern: MEART, The Silent Barrage, In-Potentia, und CellF (siehe unten). Dabei wird er Aspekte der Terminologie, Ethik und Robotik als künstlerische Strategien diskutieren und seine künstlerischen Ansätze erörtern, biotechnisch neuronale Netzwerke mit künstlerischen, robotergesteuerten Körper zu verbinden.




CellF
ein neuronaler Synthesizer tritt mit Schneider TM (12. Mai) und Stine Janvin (13. Mai) als Teil der Technosphärenklänge #3 im Haus der Kulturen der Welt auf.
12.-13. Mai 2017

Die dritte Auflage der Technosphärenklänge, die vom Haus der Kulturen der Welt in Zusammenarbeit mit dem CTM Festival produziert wird, präsentiert musikalische Projekte an der Grenze zu Kunst und Wissenschaft. Drei Projekte - der weltweit erste neuronale Synthesizer, der mit menschlichen Musikern spielt; Wassertropfen, die durch Schallwellen schweben und geformt werden; und die Kopplung von Raumklang mit hochenergetischen Lasern - machen aktuelle Vorstellungen von Materialität greifbar und reflektieren grundsätzlich die Beziehung zwischen Natur, Technik und menschlichem Bewusstsein. Alle drei Projekte erfordern intensive Forschung und ständige Zusammenarbeit zwischen den Künstlern, Naturwissenschaftlern und Technologen. Am darauffolgenden Tag werden Vorträge und Gespräche, die gemeinsam mit Art Laboratory Berlin veranstaltet werden, die Forschung und die Wissenschaft hinter den Aufführungen erläutern und die gesellschaftlichen Auswirkungen der Werke diskutieren.
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Haus der Kulturen der Welt (HKW) John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin
12.5.2017 - CONCERTS
19:00 CELLF in Performance mit Schneider TM
20:00 FORCE FIELD von Evelina Domnitch & Dmitry Gelfand
21:00 LUMIÈRE III von Robert Henke
Karten 22/18 € reduziert

13.5.2017 - TALKS & CONCERTS
15:00-18:00 VORTRÄGE & DISKUSSION mit Guy Ben-Ary, Nathan Thompson, Evelina Domnitch & Dmitry Gelfand, Robert Henke. Moderiert von Christian de Lutz (Art Laboratory Berlin)
19:00 CELLF in Performance mit Stíne Janvin
Freier Eintritt

Ein Projekt von HKW und CTM Festival in zusammenarbeit mit Art Laboratory Berlin



Letzte Ausstellung:

Nonhuman Subjectivities: Under-Mine.
Alinta Krauth


Alinta Krauth, Under-Mine, interactive video installation, still from animation, 2017

Vernissage: Samstag 25. Februar 2017, 20 Uhr
Künstleringespräch: 26. Februar 2017, 15 Uhr
Ausstellung läuft 26. Februar - 2. April 2017, Fr- So 14-18Uhr u.n.V.


Das Ausstellungsprojekt untersucht Probleme und Möglichkeiten, nichtmenschliche Wahrnehmung über die Schnittstelle künstlerischer Praxis und neuester Technologie zu kommunizieren. Durch interaktive und nicht-interaktive Videoarbeiten, die generative und zeitbasierte Techniken nutzen, entwickelt die australische Künstlerin Alinta Krauth mögliche Narrative von Tieren, die durch den Klimawandel bedroht sind.

In ihrer neuesten Arbeit Under-Mine (2017), die sie speziell für Art Laboratory Berlin entwickelt hat, treffen sich Video, generative Kunst, Datenvisualisierung und ein intensives Studium über neueste Forschungen zu Tierwahrnehmung und -kognition. Krauth stellt damit narrative Wege als Treffpunkt zwischen menschlichem und nichtmenschlichem zur Diskussion. Da die Wahrnehmungsweise jeder Spezies einzigartig ist und oft über das menschliche Wissen hinausgeht, bedient sich Krauth vielfältiger technologischer Werkzeuge, um nichtmenschliche Wahrnehmungen zu navigieren und übersetzen.

Mit datenbasierten Videos und Klängen, handgezeichneten Animationen und digitalen interaktiven Elementen entwirft Krauth vier Erzählungen - über die Fledermaus, das Wildpferd, die Waldlaus und die Gebirgseidechse. Alle folgen einer ähnlichen Handlung: es wird versucht, das Artensterben zu überwinden. Die Künstlerin versteht abstrakte visuelle Zeichen und akustische Wahrnehmung als Sprache, als Interaktion mit einer immersiven Umgebung und einer sinnorientierten, weniger linearen Erzählung. Sie bemerkt, dass "eine Möglichkeit, eine Erzählung von einem oder für ein nichtmenschliches Tier zu erzählen, darin besteht, die Sinne zu betrachten, die in anderen Arten stärker sind als beim Menschen: zum Beispiel Echoortung, Magnetorezeption, Hygrorezeption, Chemorezeption und möglicherweise Propriozeption."

Das Projekt nutzt die Tradition der interaktiven und game-basierten elektronischen Kunst, die den menschlichen Körper mit dem Geschichtenerzählen verbindet. Krauth schlägt vor, dies zur Erkundung zwischenartlicher Empathie zu nutzen. Durch die Interaktion nimmt das Publikum mehrere Rollen ein: Charakter, Schöpfer und Betrachter. Der Künstlerin ist bewusst, dass die Erzählung selbst ein sehr menschliches Konstrukt ist und dass jeder Versuch, Tierwahrnehmung zu erleben, von Natur aus anthropozentrisch ist. Under-Mine testet die Grenzen zwischen Mensch und Tier und lädt uns ein, unsere übliche Subjekt-Objekt-Beziehung zu allem nichtmenschlichen zu überdenken. (Mehr Informationen)
-Regine Rapp & Christian de Lutz (Kuratoren)


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Letzte Veranstaltungen:


Bio & Beer - Aquaponics system under artificial light
Biotinkering Berlin

Thursday, April 20, 2017, 7:00 PM

Biotinkering wants to explore the possibilities given by aquaponics systems under artificial light. Hence we will set up a small aquaponics system under growth lamps. Organised by Alessandro Volpato.
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Mycelium Network Society
24. Februar 2017
Art Laboratory Berlin wird an der Podiusmdiskussion der Mycelium Network Society teilnehmen (Teil der transmediale ever elusive).
15-21 Uhr
Ort: silent green Kulturquartier, Gerichtstraße 35, 13347 Berlin



DIYBio NOW

17. Februar, 19-22 Uhr
18. Februar, 12-20 Uhr
19. Februar, 12-18 Uhr
Ort: Art Laboratory Berlin

DIYBio faire, organisiert von Biotinkering Berlin
Die 3-tägige Bio-Messe möchte die Berliner Biohacking Szene zusammen bringen und präsentiert praktische Workshops, Gespräche und eine Ausstellung mit einer einzigartigen DIY Laborausrüstung. Die Veranstaltung zielt auf die Nichtkategorisierbarkeit von Natur und bemüht sich daher, die verloren gegangene Beziehung dem Menschen und den ältesten Organismen der Erde wiederherzustellen: Bakterien, Algen und Pilze.

Der Freitagabend beginnt mit einer Reihe von Vorträgen von Berliner Biohackern. Besucht uns am Samstag und Sonntag zu Biotinkering Berlin zu Workshops und Vorträgen, über Themen wie "Biolumineszenzbakterien", "Tempehfermentation" und 'spectrometry' von Jessica Bernds, Rüdiger Trojok und Alessandro Volpato. Es gibt Installationen und Kunstwerke von Lusi Ajonjoli & Hong Yu, Mirela Alistar, Graziele Lautenschlaeger,Fara Peluso und Margherita Pevere.

Teil der Vorspielprogramm der transmediale 2017 und CTM

SciArt Café mit BIOMOD und iGEM Team Berlin
29. Januar 2017, 15-18 Uhr



Das iGEM Berlin-Team (http://igem.berlin/) lädt ein zum 5. SciArt-Café mit dem Thema "Synthetische Biologie. Ein Werkzeugsatz zur Lösung der Pobleme der Menschheit". Naturwissenschaftler und Künstler werden Projekt mit Biowissenschaften vorstellen und im Anschluss Themen der synthetischen Biologie diskutieren.

1. Nikolaj Koch - Einführung in SynBio, iGEM Berlin 2015-17. Synthetische Biologie zur Säuberung des Wassers von Mikrokunststoffen
2. Svenja Nierwetberg - Auf der Suche nach Parasiten. Searching for parasites. Synthetische Biologie zur Diagnostik (iGEM Charité)
3. Prof. Vera Meyer - Fungal Bioart: Die Verbindung zwischen naturwissenschaftlichen und künstlerischen Ansätzen in der Mikrobiologie
4. Weitere Präsentationen über Kunst und Biologie

Teil der Vorspielprogramm der transmediale 2017 und CTM


Letzte Ausstellung


Nonhuman Subjectivities
Aural Aquatic Presence

Robertina Šebjanič


Robertina Šebjanic, Aurelia 1+Hz / proto viva generator, Installation mit lebenden Einheiten, 2014. Photo: Hana Jošič

Vernissage: Freitag, 2. September 2016, 20 Uhr
Finissage: 9. Oktober 2016, 15-18 Uhr
Laufzeit: 3. September – 9. Oktober 2016,
Öffnungszeiten: Fr – So, 14-18 Uhr u. n. Vereinbarung; 30. September 2016 bis 21Uhr geöffnet

Seminar: Living Systems | Aquatic Systems
with Robertina Šebjanič, Kat Austen, Regine Rapp and Christian de Lutz: 18. September 2016
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Die Ausstellung untersucht Wirkung und Empfindung eines der ‚einfachsten’ mehrzelligen Wesen – der Qualle. Diese wird mit einer der vom Menschen gemachten Maschinen in Verbindung gebracht. Das Ausstellungsprojekt thematisiert die Bedeutung von Sound in Meeresgewässern sowie die Auswirkungen menschlicher Eingriffe auf auditive aquatische Systeme.

In ihrer Werkreihe Aurelia 1+Hz setzt sich die in Ljubljana lebende Künstlerin Robertina Šebjani
č mit biopolitischen und technologischen Versuchen der Lebensverlängerung auseinander und reflektiert Formen des Zusammenlebens verschiedener Arten. Šebjanič, die für ihre Projekte mit Marinebiologen aus der ganzen Welt kooperiert, hat sich für die Arbeit mit Quallen entschieden – Tiere, die seit mehr als 500 Mio. Jahren auf unserer Erde existieren.

Šebjani
čs derzeitiges Projekt Subaquatic / Aquatocene sound scape von 2016 untersucht das Phänomen akustischer Belästigungen unter Wasser, die in Meeren und Ozeanen durch den Menschen verursacht werden. Während der letzten Jahre hat die Künstlerin eine Anzahl von Aufnahmen gemacht, bei denen sie Hydrophone, Unterwasserschallempfänger, benutzt hat. Für die Ausstellung hat sie eine Sound-Installation mit ausgewählten Aufnahmen aus ihrem Archiv produziert, die sich mit menschlicher Lärmbelästigung kritisch auseinander setzt. Unterwasserlärm betrifft eine ganze Reihe mariner Lebensformen, die auf bestimmte subaquatische akustische Milieus existentiell angewiesen sind.
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Kooperationspartner:



Vorherige Ausstellungen:

NatureCultures

Brandon Ballengée | Katya Gardea Browne | Pinar Yoldas

Kuratiert von Regine Rapp & Christian de Lutz

Bei der Alfred Ehrhardt Stiftung, Auguststr. 75, 10117 Berlin
Ausstellung läuft 2. Juli -4.September 2016
Finissage und Kuratorenführung: 4 September 2016, 14 Uhr
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Nonhuman Subjectivities
On Animals. Cognition, Senses, Play

Rachel Mayeri   Maja Smrekar

Vernissage: 27. Mai 2016, 20 Uhr
Artists Talk: 29. Mai 2016, 15 Uhr

Dialog und Finissage: 17. Juli 2016, 15 Uhr

Ausstellungslaufzeit: 28. Mai - 17. Juli 2016, Fr-So, 14-18h und nach Vereinbarung (24. Juni geöffnet bis 21 Uhr)


Links: Maja Smrekar, I Hunt Nature and Culture Hunts Me, 2014, Videoaufzeichnung der Performance; rechts: Rachel Mayeri, Apes as Family, 2012, Film

Die Ausstellung On Animals. Cognition, Senses, Play untersucht zwei Arten von Tieren, die eine beeindruckende kognitive Nähe zum Menschen aufweisen: Primaten, unsere nächstliegenden Verwandte, besitzen komplexe kognitive Systeme, die denen der Menschen stark ähneln, sich aber auch in gewissen Bereichen radikal unterscheiden. Hunde, die dem Menschen nächstliegenden Begleiter der gesamten Tierwelt, haben sich neben dem Menschen über 30.000 Jahre lang weiterentwickelt. Allen gemeinsam ist der von Donna Haraway formulierte Begriff des "Miteinanderhandelns": Durch die Überwindung konventioneller Dichotomien von Natur/Kultur, Mensch/Tier oder Subjekt/Objekt geht es vielmehr um ein gemeinsames Agieren. In ihren Arbeiten zu Tieren (Primaten, Hunde und Wölfe) setzen die beiden Künstlerinnen Maja Smrekar und Rachel Mayeri auf bestimmte Strategien des Narrativen und das Phänomen der Immersion, um sich dadurch der Perspektive eines nichtmenschlichen Gegenübers anzunähern. Sie stellen den Instinkt und die Sinne des Nichtmenschlichen ins Zentrum ihrer künstlerischen Forschung. Mittels Performance, Film und Kunst-Naturwissenschafts-Kollaborationen versuchen beide, die Kognitionsfähigkeit des Nichtmenschlichen zu übersetzten.

Maja Smrekars Performance I Hunt Nature and Culture Hunts Me, im Rahmen einer Künstlerinnenresidenz in einem Tierheim für Wölfe entstanden, untersucht die Phylogenetik des Wolfs, die Wolf-Hund-Mensch-Beziehung und setzt sich mit der Tierethik auseinander. Das implizierte Risiko und die Intimität in Smrekars Performance mit den hybriden Wolfshunden wird durch rezitierte Texte von Joseph Beuys, Oleg Kulik und Smrekar kontrastiert. Ein Dokumentarfilm gibt Auskunft über die komplexe Evolutionsgeschichte des Hundes.

In ihrer Arbeit Ecce Canis untersucht die Künstlerin metabolische Prozesse, die emotionale Motive für eine tragende Verbindung zwischen Mensch und Hund angestoßen haben, die erfolgreich koexistieren. Die Ausstellung stellt auch das Serotonin der Künstlerin und dem Border Collie Byron vor. Mittels chemischer Protokolle wurde es in einen Duft transformiert, der die chemische Essenz ihrer Mensch-Hund-Beziehung darstellt.

Für ihre Filme hat die in Los Angeles lebende Künstlerin Rachel Mayeri in den letzten Jahren mit Primatolgen zusammen gearbeitet. Im Rahmen ihrer Serie 'Primate Cinema' hat sie Filme für und über Schimpansen und andere Menschenaffen geschaffen. In Apes as Family können wir ein Drama verfolgen, das eine Geschichte über die sozialen Bräuche von Schimpansen sowie ihre Domestizierung erzählt. Einerseits spricht uns, als menschliche Betrachter, die teils dramatische Handlung emotional an, andererseits sehen wir wiederum die Reaktionen des Schimpansen-Publikums, die denselben Film auf einem großen TV-Monitor sehen. So erweist sich der Film als gelungenes Beispiel für das 'Primate Cinema', als Film für nichtmenschliche Primaten, aber auch für die komplexen Zusammenhänge des artenübergreifend Verständnisses. Mayeris Film Baboons as Friends stellt Filmmaterial mit Pavianen einem Film-Noir-Reenactment mit menschlichen Schauspielern gegenüber und zeigt die Geschichte von Lust, Eifersucht und Betrug von Tieren und Menschen.


Regine Rapp & Christian de Lutz (Kuratoren)


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Nonhuman Subjectivities
The Other Selves. On the Phenomenon of the Microbiome

François-Joseph Lapointe, Saša Spačal mit Mirjan Švagelj und Anil Podgornik, Tarsh Bates, Joana Ricou
Performance - 1000 Handshakes: 3. Februar 2016. 19-22 Uhr während Eröffnung der transmediale, Haus der Kulturen der Welt (Mehr Informationen)
Vernissage: 26. Februar 2016, 20 Uhr
Künstler/innengespräch: 28. Februar 2016, 15Uhr
Science Hack Day Stammtisch 23. März 2016, 19 Uhr (Mehr Informationen)
Naturwissenschaftlerin und Künstlerin im Gespräch - PD Dr. Annette Moter und Tarsh Bates: 23. April 2016, 18 Uhr
Finissage mit Gespräch von Felix Navarrete: 30. April, 2016 15-18 Uhr

Ausstellung: 27. Februar – 30. April, 2016 || Fr-So 14-18 Uhr u.n.V.



Links: François-Joseph Lapointe, Microbiome selfie, 2014 Mitte & rechts: Saša Spačal, Mirjan Švagelj, Anil Podgornik Mycophone Unison, Responsive Installation: Elektronic, Klang, und biologische Materialen, 2013; Petri dish, Installation Detail 2013


Die Ausstellung, die erste unserer neuen Ausstellungsreihe Nonhuman Subjectivities, zeigt verschiedene künstlerische Positionen zum komplexen mikrobiellen Milieu am und im menschlichen Körper. Wissenschaftler behaupten, dass es genauso viele Bakterien wie menschliche Zellen in unserem Körper gibt. Das Phänomen des Mikrobioms wirft also eine Menge grundlegender Fragen über die menschliche Identität und unsere Beziehung zu unseren multiplen Entitäten auf.

François-Joseph Lapointe verbindet seine biologische Forschung mit Performancekunst. Seine jüngsten künstlerischen Arbeiten thematisieren das Mikrobiom in Verbindung mit unserem alltäglichen Leben und der physischen Beziehung zu anderen. Lapointe sequenziert sein eigenes Mikrobiom, um metagenomische Selbstportraits zu schaffen, sogenannte Microbiome Selfies, welche die Metamorphose seines bakteriellen Selbst illustrieren. In der Ausstellung werden neue Arbeiten seiner Performance 1000 Handshakes zu sehen sein, die er vor kurzem in der Eröffnungsnacht der transmediale 2016 realisierte. Die Bilder zeigen den mikrobiellen Verlauf während der Interaktion mit dem Mikrobiom anderer - so zum Beispiel beim Händeschütteln, einer grundlegenden und uralten Form der Beziehungspflege.

Saša Spačal zusammen mit Mirjan Švagelj und Anil Podgornik untersuchen die Dichotomie des Einsseins des menschlichen Körpers zwischen biologischer Einheit zum einen und Vielheit des menschlichen Mikrobioms zum anderen. In ihrer Installation Mycophone_unison entwickelte das Kunst-Wissenschaft-Design-Team eine auditive Landkarte der Interaktionen ihrer Mikrobiome und uns Rezipienten: Indem die Besucher ihren Fingerabdruck hinterlassen, senden sie ein Signal an die Karte, die dies durch die zentrale Himmelsplatte an die drei Mikrobiome weitergibt und verarbeitet. Die polymodale Sonifikation betont dabei die Vielfältigkeit der Macher/innen.

    
Links: Tarsh Bates bei der Arbeit im Labor für künstlerische Produktion, School of Pathology and Laboratory Medicine, The University of Western Australia, 2015, Rechts: Joana Ricou, Other landscape no. 1, microbiome der Künstlerin und Umgebung, C-print, 89 × 140 cm, 2014

Tarsh Bates untersucht künstlerisch, was es bedeutet, Mensch zu sein, wenn unser Körper mit mehr als einer Billion Zellen ausgestattet ist, von denen doch nur die Hälfte menschliche sind. Ihre neue Arbeit Surface dynamics of adhesion besteht aus einem beflockten Tapetenmodell. Auf der Grundlage des Bluts der Künstlerin und in Plexiglas-Rahmen dicht verschlossen entwickelt ein Candida bestimmte Muster, die in den Salons der viktorianischen Zeit populär waren. Die Arbeit ermöglicht ästhetische Erfahrungen über die Kontaktzonen zwischen den zwei völlig unterschiedlichen Organismen. Darüber hinaus thematisiert die Installation die unbewusste Beziehung, die wir zu Candida haben.

Joana Ricous Fotografien, mikrobielle Gemälde und Performances verlaufen jenseits der traditionellen Grenze zwischen Organismus und Umgebung. Ricou sammelt Proben ihres eigenen Mikrobioms und das ihrer Umgebung, kultiviert diese im Labor, um sie anschließend zu visualisieren. Daraus sind zwei Portrait-Serien entstanden: Other-self Portraits, ein Gemisch von Kulturen ihres eigenen Körpers; und Non-self Portraits, ein Gemisch von umgebenden Kulturen.

Regine Rapp & Christian de Lutz (Kuratoren)


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Informationen zu der Serie [macro]biologies & [micro]biologies von 2014-15 hier...


Publikationen!

Wir freuen uns sehr, Ihnen/ Euch unsere neue Publikation vorzustellen:
[macro]biologies & [micro]biologies. Art and the Biological Sublime in the 21st Century.
Hrsg. v.Regine Rapp & Christian de Lutz, Berlin 2015
Mehr Informationen hier...



Online Publikation:
Wir freuen uns sehr, mit Ihnen/ Euch unsere Online-Publikation der zweitägigen internationalen, interdisziplinären Konferenz zu teilen, die bei Art Laboratory Berlin im Sommer 2013 stattgefunden hat: Synaesthesia. Discussing a Phenomenon in the Arts, Humanities and (Neuro-)Science

Art Laboratory Berlin bedankt sich für die ständige Unterstützung von:

 

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